Innerer Wert von Optionsscheinen: So erkennen Sie Potenzial und kalkulieren Chancen

Innerer Wert von Optionsscheinen: So erkennen Sie Potenzial und kalkulieren Chancen

Sie möchten verstehen, wie sich der innere Wert eines Optionsscheins berechnet und welche Rolle er für Ihre Investmententscheidungen spielt? Dann sind Sie hier genau richtig.

  • Erfahren Sie, wie Sie den inneren Wert präzise ermitteln.
  • Verstehen Sie die praktische Bedeutung für Strategie und Timing.
  • Meistern Sie die Abgrenzung zwischen innerem und Zeitwert.

Wer sich mit dem Handel von Optionsscheinen beschäftigt, wird schnell mit Fachbegriffen wie „innerer Wert“ konfrontiert. Doch was steckt dahinter – und wie nutzen Sie dieses Wissen gezielt für Ihre Investmententscheidungen?

Was bedeutet „innerer Wert“ bei einem Optionsschein?

Grunddefinition: Das steckt hinter dem Begriff

Der innere Wert eines Optionsscheins beschreibt den Betrag, den ein Anleger bei sofortiger Ausübung des Scheins verdienen würde – unter der Voraussetzung, dass es sich um einen „im Geld“ befindlichen Optionsschein handelt. Anders gesagt: Der innere Wert zeigt auf, wie stark ein Optionsschein bereits im Plus ist.

Rein technisch berechnet sich der innere Wert bei einem Kaufoptionsschein (Call) wie folgt:

  • Innerer Wert = (aktueller Kurs des Basiswerts – Basispreis) × Bezugsverhältnis

Bei einem Verkaufsoptionsschein (Put) wird die Formel umgekehrt:

  • Innerer Wert = (Basispreis – aktueller Kurs des Basiswerts) × Bezugsverhältnis

Ist das Ergebnis dieser Rechnung null oder negativ, liegt der Optionsschein „aus dem Geld“ – er besitzt dann keinen inneren Wert.

Beispiel zur Verdeutlichung

Ein Beispiel macht die Theorie verständlicher:

  • Aktueller Kurs der Aktie: 120 €
  • Basispreis des Call-Optionsscheins: 100 €
  • Bezugsverhältnis: 0,1 (1 Optionsschein berechtigt zum Erwerb von 0,1 Aktien)

Dann ergibt sich:

  • Innerer Wert = (120 € – 100 €) × 0,1 = 2 €

Der Optionsschein hat einen inneren Wert von 2 €. Liegt der Optionsscheinpreis bei 3 €, fließt zusätzlich 1 € Zeitwert in die Preisbildung ein. Dazu später mehr.

Warum ist der innere Wert so entscheidend für Anleger?

Wer fundierte Entscheidungen im Optionsscheinhandel treffen möchte, muss den inneren Wert nicht nur berechnen, sondern auch interpretieren. Denn dieser Wert gibt einen sofortigen Aufschluss über das Potenzial und die aktuelle Rentabilität eines Scheins.

3 zentrale Relevanzbereiche für den Handelsalltag

  • Kalkulation präziser Einstiegszeitpunkte: Schein mit hohem inneren Wert = bereits „im Geld“. Einstieg ist teurer, aber risikoärmer.
  • Bewertung des Risiko-Ertrags-Verhältnisses: Ein Schein ohne inneren Wert ist oft deutlich günstiger, bietet aber spekulativen Charakter.
  • Unterscheidung zwischen spekulativem Kauf und strategischer Positionierung: Je größer der innere Wert, desto näher an einer klassischen Aktienstrategie.

Struktur eines Optionsschein-Preises: Mehr als nur innerer Wert

Der Preis setzt sich aus zwei Hauptkomponenten zusammen:

  • Innerer Wert: Abhängig vom Verhältnis zwischen aktuellem Kurs und Basispreis.
  • Zeitwert: Enthält Volatilität, Restlaufzeit, Markterwartung.

Beide Werte zusammen ergeben den aktuellen Handelspreis des Optionsscheins. Je länger die Restlaufzeit und je höher die erwartete Volatilität, desto größer ist der Zeitwert. In fortgeschrittener Phase – kurz vor Verfall – schrumpft der Zeitwert meist deutlich, während der innere Wert (falls vorhanden) dominant wird.

Orientierungstabelle:

Begriff Bedeutung
Innerer Wert Wert bei sofortiger Ausübung; Kursdifferenz in Geld
Zeitwert Aufschlag für Chance durch Zeit, Volatilität, Nachfrage
Gesamtpreis Summe aus innerem Wert + Zeitwert

Wann hat ein Optionsschein überhaupt einen inneren Wert?

Kursrelation ist entscheidend

Ein Optionsschein hat nur dann einen inneren Wert, wenn der aktuelle Kurs des Basiswerts sich vorteilhaft zum Basispreis verhält:

  • Call (Kaufoption): Basispreis liegt unter Marktpreis
  • Put (Verkaufsoption): Basispreis liegt über Marktpreis

In der Praxis bedeutet das: Der Optionsschein befindet sich „im Geld“ (in-the-money). Bleibt der Marktwert gleich oder dreht minimal gegen Sie, bleibt der Optionsschein dennoch wertvoll.

Strategischer Einsatz des inneren Werts im Trading

Wie Profis den inneren Wert zur Positionsfindung nutzen

Ein klar ermittelter innerer Wert zeigt, ob ein Optionsschein bereits von einer Marktbewegung profitiert hat oder nicht. Daraus lassen sich taktische Überlegungen ableiten:

  • Hoher innerer Wert: Für abgesichertes Investieren sinnvoll. Gewinn ist bereits teilweise realisiert. Risiko geringer, Gewinnpotenzial begrenzt.
  • Kein innerer Wert: Stärkere Hebelwirkung möglich. Gerade für kurzfristige Marktmeinungen attraktiv. Höheres Risiko durch vollständige Abhängigkeit vom Zeitwert.

Konkrete Szenarien zur Orientierung

  • Seitwärtsphase: Optionsscheine mit innerem Wert performen stabiler.
  • Ausbruch erwartet: Call- oder Put-Scheine ohne inneren Wert liefern bei Kursveränderung höhere hebelartige Effekte.
  • Verfallsnahe Phase: Nur Scheine mit innerem Wert bieten dann reale Aussichten.

Fazit: Je nach Handelsstil und Strategie kann ein Schein mit oder ohne inneren Wert besser geeignet sein. Beides ist wertvoll – solange Sie die Mechanik verstehen und diszipliniert einsetzen.

Risiken und Grenzen: Wichtige Hinweise zum inneren Wert

Ein vorhandener innerer Wert schützt Sie nicht vor Wertverlusten. Sinkt der zugrunde liegende Basiswert gegen Ihre Position, schmilzt der innere Wert ebenso.

Beachten Sie dabei unbedingt:

  • Ein „im Geld“ liegender Schein kann durch Kursbewegungen wertlos werden.
  • Der Zeitwert verfällt mit Annäherung an das Fälligkeitsdatum – auch bei vorhandenem inneren Wert.

Optionsscheine sind komplexe Anlageprodukte. Sie reagieren sensibel auf Volatilität, Zinsniveau und Erwartungshaltungen. Disziplin, Risikokontrolle und Marktkenntnis sind unverzichtbar.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen: Nicht alles, was glänzt …

Prämie ≠ innerer Wert

Ein häufiger Fehler besteht darin, den inneren Wert mit dem Optionsscheinpreis (auch „Prämie“ genannt) gleichzusetzen. Doch dieser enthält auch den Zeitwert – bei spekulativ getriebenen Scheinen sogar oft ausschließlich.

Daher wichtig:

  • Nie nur den Preis betrachten, sondern immer analysieren: Welcher Teil davon stellt tatsächlichen inneren Wert dar?

Hebel = Wirkung, nicht Substanz

Der Hebel eines Optionsscheins beeinflusst die Ausprägung der Kursveränderung auf den Optionsscheinwert – aber er verändert nicht den inneren Wert.

  • Ein hoher Hebel kann auf starkem Zeitwert basieren – dieser verfällt schnell.
  • Ein Schein mit hohem innerem Wert zeigt oft deutlich geringeren Hebel, liefert aber stabilere Preisstruktur.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So analysieren Sie den inneren Wert präzise

  1. Basiswert-Kurs prüfen
  2. Basispreis des Optionsscheins notieren
  3. Bezugsverhältnis in den Wert einbeziehen
  4. Rechenformel einsetzen (Call oder Put beachten)
  5. Mit Handelspreis vergleichen: Differenz = Zeitwert

Besonders sinnvoll ist diese Analyse, wenn Sie mehrere Scheine vergleichen. So erkennen Sie auf einen Blick, welcher angebotene Optionsschein ein attraktives Chancen-Risiko-Profil aufweist.

Typische Fehler vermeiden: Worauf Sie achten sollten

  • Fehler: Preis des Scheins als alleinigen Indikator bewerten
    Lösung: Immer auf das Zusammenspiel von innerem und Zeitwert achten
  • Fehler: Volatilität ignorieren
    Lösung: Volatilität treibt den Zeitwert und damit den Preisaufschlag
  • Fehler: Laufzeit als vernachlässigbar ansehen
    Lösung: Zeitwertverfall wirkt stark in der Schlussphase – rechtzeitig handeln

Praxistipps für den erfolgreichen Einsatz von Optionsscheinen mit innerem Wert

Konkrete Handlungsempfehlungen:

  • Nutzen Sie innere-Wert-Scheine für gezielte Absicherungsstrategien
  • Kombinieren Sie Scheine mit und ohne inneren Wert zur Diversifikation
  • Nutzen Sie Zeitwert-Arbitrage gezielt aus (Preisunterschiede durch Volatilität und Laufzeit)
  • Kalkulieren Sie realistische Kursziele und berücksichtigen Sie dazu den inneren Wert als Mindestziel

Fazit: Wissen ist messbarer Vorsprung – der innere Wert als Ankerpunkt Ihrer Tradingstrategie

Der innere Wert ist kein theoretisches Konstrukt, sondern ein praktischer Kompass. Wer ihn versteht, erkennt realistische Preispunkte, meidet versteckte Risiken und nutzt Chancen mit Sachverstand.

Setzen Sie auf Klarheit statt Spekulation. Wenn Sie Ihre Handelsstrategien auf Basis des inneren Werts kalibrieren, handeln Sie nachvollziehbar, kalkulierbar und effizient.

Jetzt aktiv werden – Ihre nächsten Schritte

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  • Live-Trading-Erlebnis: Beobachten Sie Echtzeit-Entscheidungen erfahrener Trader und profitieren Sie von Praxisorientierung.

Nutzen Sie den inneren Wert als Ihren Kompetenzvorsprung. Analysieren Sie gezielter. Handeln Sie fundierter. Und optimieren Sie Ihr Ergebnis – Schritt für Schritt.

Thomas Krause 

Trading-Coach | Klare Handelssignale

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